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orthopädische Erkrankungen des Fusses im Überblick

© Dr. Siegfried Schenk

Facharzt für Orthopädie

und Orthop. Chirurgie


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Der Hallux valgus, auch 'Frostballen' genannt, ist eine häufige Fehlstellung der Großzehe. Damit verbunden ist zumeist eine Schwielenbildung bzw. Schleimbeutelentzündung über einem deutlich vorstehendem Überbein am Großzehenballen. Es können lokale Rötung und Schmerzen durch Schuhdruck und beim Gehen auftreten. Betroffene Personen haben oft zusätzlich Schmerzen durch eine Spreizfußdeformität und/oder aufgrund von Hammerzehen.
Ein Hallux valgus kann sich schon bei Jugendlichen entwicklen. Mögliche Ursachen sind anlagebedingte Faktoren, das Tragen enger Schuhe und eine Schwäche der Fußmuskulatur. Durch eine zunehmende Verlagerung der Beuge- und Strecksehnen verstärkt sich auch die Fehlstellung der Grosszehe im Laufe der Jahre.
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Therapiemöglichkeiten

Der Schmerz und auch ein Fortschreiten der Fehlstellung kann oft durch geeignete Schuhe, Einlagenversorgung und gezielte muskuläre Kräftigung ('Fußgymnastik') unter physiotherapeutischen Anleitung behandelt werden.

Anhaltende Schmerzen machen jedoch häufig einen chirurgischen Eingriff notwendig.
Ziel der Operation ist neben der Abtragung eines störenden Überbeins die Wiederherstellung regulärer Achsverhältnisse und der Funktion des Großzehengrundgelenks. So kann eine dauerhafte funktionell und kosmetisch ansprechende Korrektur erzielt werden. (siehe Skizze). Die Auswahl des am besten geeigneten Operationsverfahrens ist abhängig vom Ausmaß der Fehlstellung und einer eventuell zusätzlich vorhandenen Arthrose (Abnützung).
Die sogenannte Chevron-Osteotomie (=Op nach Austin) ist eine sehr bewährte Methode, die in den meisten Fällen zur Korrektur eines Hallux valgus angewendet werden kann. Durch einen V-förmigen Schnitt des Knochens entsteht eine grosse, stabile Kontaktfläche. Bei manchen Patienten wir zusätzlich eine Fixierung mittels Bohrdraht oder Schraube vorgenommen. Die Operation kann in lokaler Betäubung (aber auch in Spinal- oder Allgemeinanästhesie) im Rahmen eines 3 bis 5-tägigen Spitalsaufenthaltes durchgeführt werden.
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normaler Fuß
Hallux valgus
Nachbehandlung
Je nach Operationsmethode ist nach dem Eingriff körperliche Schonung für 2-3 Wochen notwendig. Zumeist dürfen die Patienten den operierten Fuß unmittelbar nach dem Eingriff unter Verwendung eines Rehabilitationsschuhes voll belasten. Dieser Schuh muss dann für ca. 4-6 Wochen getragen werden.
Ein modernes Nachbehandlungskonzept sieht schon frühzeitig die Durchführung von Bewegungsübungen vor, um die Beweglichkeit des Großzehengrundgelenks zu erhalten.
Wenn bei der Operation ein (unter der Haut liegender) Bohrdraht eingebracht werden musste, kann dieser nach 6-10 Wochen im Rahmen eines kleinen Eingriffes in örtlicher Betäubung entfernt werden. Je nach Heilungsverlauf kann es 2 bis 3 Monate dauern, bis sich die postoperative Schwellung vollständig zurückgebildet hat.

Achsverhältnisse am Großzehengrundgelenk bei Hallux valgus (dünne rote Linie) und Verlauf der Strecksehne (dicke rote Linie)
postoperatives Bild nach Austin-Osteotomie mit Bohrdraht-Fixierung (grün)

Hallux valgus

Korrekturergebnis nach Austin (Chevron)-Osteotomie