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orthopädische Erkrankungen des Fusses im Überblick
© Dr. Siegfried Schenk
Facharzt für Orthopädie
und Orthop. Chirurgie
Achillessehne
Schmerzen im Bereich der Achillessehne (wie auch an anderen Sehnen des Fusses) können durch eine Reihe von verschiedenen Erkrankungen entstehen.
Liegt eine Entzündung des die Sehne umgebenden Gleitgewebes vor, handelt es sich um eine sog. Peritendinitis.
Bei der Tendinose kommt es in der eher schlecht durchblutete Zone der Achillessehne (ca. 2-6 cm oberhalb des Sehnenansatzes am Fersenbein ) zu Gewebsuntergang, zur Bildungen kleiner Risse innerhalb der Sehne und zu Einblutungen. Als Reaktion darauf lagern sich ortsfremde Zellen ein, auch Blutgefässe und Nerven können in die Achillessehne einwachsen. Die Sehne ist im betroffenen Bereich verdickt und schmerzhaft (siehe Skizze).
Beim Fortschreiten dieser sog. ‚degenerativen Veränderungen’ kommt es zu einer
verminderten mechanischen Belastbarkeit der Sehne. Langsam und schleichend kann die Achillessehne einreißen (Teilruptur) oder abreißen (Totalruptur), also ohne Unfall bzw. ernsthafte Verletzung. Man spricht von einer chronischen Achillessehnenruptur, im Gegensatz zur unfallbedingten, ‚frischen’ Ruptur. In jedem Fall ist die Funktion der Wadenmuskulatur eingeschränkt bzw. komplett ausgefallen, verbunden mit Schmerzen im betroffenen Bereich.
Therapieoptionen
Nach Diagnosestellung (oft unterstützt durch Bildgebung mittels Ultraschall bzw. Magnetresonanztomographie) kann eine adäquate Behandlung eingeleitet werden. In jedem Fall kann eine Entlastung der Achillessehne durch eine Absatzerhöhung bzw. durch Verwendung eines Fersenkeils oder einer Einlage erzielt werden. In manchen Fälle ist eine vorübergehende Ruhigstellung mittels Orthese oder Bandage angezeigt. Physikalische Therapien wie Ultraschall oder Iontophorese tragen zur Schmerzlinderung und lokalen Abschwellung bei. Physiotherapeutische Maßnahmen sind ein wichtiger Bestandteil des therapeutischen Konzeptes und umfassen Übungen zur Dehnung und Kräftigung der Wadenmuskulatur.
Oft nehmen die Beschwerden trotz konservativer Behandlung jedoch zu, sodaß ein chirurgisches Vorgehen notwendig wird.Beim 'combing' zur der Achillessehne werden die Zonen minderwertigen Gewebes exzidiert und regenerative Prozesse in der Sehne angeregt. Liegt eine chronische (Teil-)Ruptur der Sehne vor, muß sie rekonstruiert bzw. verstärkt werden. Je nach dem Ausmaß der Sehnenveränderungen kann dies mit einer sog. Verschiebeplastik oder durch ein Sehnentransplantat erfolgen. In jedem Fall ist eine postoperative Ruhigstellung für 6-12 Wochen notwendig.
Tendinose und Auftreibung der Achillessehne